Rechenschaftsbericht für das Jahr 2019

Die Idee für ein Hilfsprojekt und die Gründung eines Unterstützervereins wurde Weihnachten 2018 geboren anlässlich eines familiären Besuches im Inselstaat Madagaskar. Die Initiatoren fanden dort Lebensbedingungen vor, wie sie in diesem deprimierenden Ausmaß Jahrzehnte zuvor in ländlichen Gebieten Indiens gegeben waren: Ein Land mit strukturell guten Entwicklungsaussichten hatte sich nach Beendigung der siebzigjährigen Kolonialzeit in den folgenden 60 Jahren stetig abwärts entwickelt zu einem der am schlechtesten gestellten Länder der Erde, obwohl es weder durch Kriege noch Naturkatastrophen verheert wurde. Wer über die Situation mehr wissen möchte:

Projekt Les Pigeons – Hintergrund (Website Antonia Michaelis)

Die Gründe für diese Entwicklung sind – ähnlich dem indischen Kastensystem – kulturell so tief verwurzelt, dass sie bisher weder durch Sanktionen der Weltgemeinschaft noch durch empörtes Gezeter von Aktionsgruppen auch nur ansatzweise gemildert werden konnten. In einer solchen Situation kann man schlechten Gewissens, aber ergeben die Hände in den Schoß legen oder aber im kleinen Maßstab dort eingreifen, wo Aktionen nicht im naiven Gutwillen verpuffen, sondern zu einer machbaren Verbesserung führen.

Wir haben uns für eine solche “Weltverbesserung” in kleinem Maßstab entschieden. Zunächst wurde die Beschulung von bettelnden und kleinkriminellen Kindern in der Großstadt Antsirabé in Aussicht genommen. Dieser Ansatz konnte wegen unüberwindlicher Schwierigkeiten nicht sofort verfolgt werden (wird aber seit dem Sommer 2020 mit einigen Straßenkindern versuchsweise gehandhabt: http://www.les-pigeons.mg/projet-quatre-amis-das-strassenkinderprojekt/

Statt dessen wurde eine Schule im dörflichen Umfeld von Antsirabé, die ohne festes Quartier am Rande des Existenzminimums vegetierte (http://www.les-pigeons.mg/geschichte/) in einem Modellversuch mit ökologischen Komponenten auf solide Füße gestellt. Bereits vor Gründung des Vereins KINDER FÜR DIE ZUKUNFT (Gründung 16. März 2019, Vereinsregister 2. Mai 2019, Gemeinnützigkeit 9. Mai 2019) wurde ein günstiges Grundstück erworben, im Laufe des Sommers 2019 im Rekordtempo das Schulgebäude errichtet http://www.les-pigeons.mg/2019/08/, zusätzliche Fachkräfte angeworben, eine nachhaltige wirtschaftliche Basis für die  Schule  und  die  (bisher weitgehend  unbezahlten)  Lehrkräfte  ge schaffen (Produktion von Handelsware in eigenen Werkstätten , http://www.les-pigeons.mg/projekte/) und der reguläre Betrieb mit dem Beginn des neuen Schuljahres im November 2019 aufgenommen (http://www.les-pigeons.mg/2019/11/).

Unvorhergesehen, aber unvermeidlich mussten diese Aktivitäten ergänzt werden durch eine Gesundheitsfürsorge für besonders betroffene Schüler und Mitglieder zugehöriger Familien.

Einnahmen 2019

Zuwendungen von privater Seite54.594,19
wirtschaftliche Erträge0,00
Zufluss aus europäischen/deutschen Steuergeldern 1)0,00
Summe der Einnahmen54.594,19

Ausgaben 2019

Schulprojekt Madagaskar 2)52.445,00
Projektbegleitung vor Ort (Personalkosten, Reisekosten, Sachkosten etc.) Verwaltungskosten 3)0,00
laufend
Geschäftsräume 3)0,00
Geschäftsräume 3)0,00
Betriebskosten 3) (Energie, Büromaterial, Porto)0,00
Personal 3)0,00
Aufwandsentschädigungen 4)0,00
Wirtschaftsprüfer 4)0,00
Rechtsberatung 3)0,00
Geldeinwerbung 3) (eigen, Agenturen, Provisionen) 0,00
Website 3) (Erstellung/Pflege)0,00
Informationsmaterial 3) (Film etc.)0,00
Kontoführungsgebühren90,70
einmalig (Start des Vereins)
Gerichts-/Notargebühren (Eintragung des Vereins)121,35
Türschild Geschäftsstelle24,90
Logodesign (für Website, Korrespondenz, Info-Material)117,81
Erstausstattung 3) (EDV, Mobiliar etc.)0,00
Verwaltungskosten gesamt (0,65 % der Einnahmen 5))354,76
Summe der Ausgaben 201952.799,76
Überschuss per 31.12.20191.794,43

Fußnoten

1) In größeren Hilfsorganisationen 70 – 90 % der Gesamteinnahmen.

2) Details zur Verwendung: Download als PDF

3) Entsprechende Leistungen wurden erbracht, die Kosten aber privat von Vereinsmitgliedern und Gönnern getragen.

4) Entsprechende Kosten sind üblich, hier aber nicht entstanden.

5) Betragen bei renommierten Hilfsorganisationen (mit Spendensiegel des DZI) 25 – 40 % der Einnahmen.