Rechenschaftsbericht für das Jahr 2025

Bericht für das Jahr 2025

Les Pigeons (Talata, zentrales Hochland)

Der Betrieb der Schulen und Kinderhäuser lief auch im Jahr 2025 weiter.

In Talata werden inzwischen ca. 500 Schüler von 3 Jahren bis zum Abitur unterrichtet, die Zahl der Patenschaften stieg von 162 auf 176 an, wobei einige Paten ihre Patenschaft beenden mussten, für diese Kinder wurden neue Paten gefunden, so dass sie auf der Schule bleiben können.

Im Kinderhaus befanden sich zu Jahresende 32 Kinder, wir nahmen einen neuen, uns von staatlichen Behörden zugeordneten Jungen auf (Onisoa, 8 Jahre), der aus Gründen exzessiver familiärer Gewalt nicht zu Hause wohnen kann, er hat sich gut eingelebt.

Aus Gründen der Teuerung aller Nahrungsmittel kann das gesunde Frühstück für alle (auch die selbstzahlenden) Schüler mittwochs nicht mehr stattfinden und ist reduziert werden.

Ein warmes Essen für alle Patenkinder wird nach wie vor mittags in der schuleigenen Küche gekocht.

2025 wurde die begonnen Zusammenarbeit mit außerhalb der Schule befindlichen Ausbildern intensiviert, so dass Jugendliche – nach individueller Entscheidung mit den Lehrern – ab ca. vierzehn oder fünfzehn Jahren, von uns finanziert, in Ausbildungsberufe wechseln können.

In der Automechanikerausbildung schloss ein erster Junge seine Ausbildung erfolgreich ab, Lehrlinge der schuleigenen Näherei, die nun selbständig arbeiten, gab es fünf.

Ein Junge schloss die Lehre in unserer Holzwerkstatt ab und wurde von uns übernommen, zwei sind nun selbstständig als Biolandwirte tätig.

Weitere zwölf Kinder wechselten von der Schule in Ausbildungsberufe (Automechanik, Konditorei, Bäckerei), einige lernen schulintern internationale Küche, Tischlerhandwerk oder Elektromechanik.

Nach erfolgreichem Abitur haben wir inzwischen dreizehn Studenten im Programm, die über uns finanziert werden und für die wir teils neue Patenschaften fanden.

Seit 2025 gibt es zusätzlich zur ökologischen Landwirtschaft auch eine Aufzucht von Schulhühnern.

Mme Ventisoa, die die ökologische Landwirtschaft betreut, reiste im Frühjahr ins Südprojekt, um ihr Wissen dort weiterzuvermitteln.

Die medizinische Notfallhilfe für Patenkinder in Talata läuft weiter, das Programm der Radrikshas, deren Verdienst in Sozialleistungen für ärmste Menschen in Antsirabé fließt (Schüler / alte, mittellose Frauen).

Zu Beginn 2025 musste das Starlinksystem repariert werden, da Ratten die Kabel angefressen hatten.

Sie liegen nun in schützenden Kabelhüllen.

kamen Dieter Möller und zwei Mitarbeiter seiner Solarfirma zu uns ins Projekt, deren Flüge wir finanzierten, ihre Arbeitszeit spendeten sie und richteten drei neue Solaranlagen auf den Projektgebäuden ein, die alten und noch funktionierenden Teile der vorhandenen Anlagen wurden auf das vierte Gebäude verlegt.
Teilweise mussten dazu die Dachkonstruktionen zusätzlich verstärkt werden.

Die Teile der Solaranlagen waren größtenteils bereits 2024 finanziert worden, der kostspielige Schiffstransport fand Anfang 2025 statt.

Die Lampen der Kinderhäuser und teils der Schulgebäude wurden ausgetauscht, Kameras auf den Zäunen installiert, die vor allem der Abschreckung von Dieben dienen.

Im Akany, dem Mädchenkinderhaus, entstanden durch Absacken des Bodens Risse im Mauerwerk, so dass es restauriert werden musste.

Durch staatliche Intervention wurden wir gezwungen, einen Sportplatzzaun oder eine Mauer um beide Kinderhäuser zu errichten, da sie sonst geschlossen worden wären, der vorhandene Holzzaun reichte nicht aus.

Mittels großzügiger Einzelspenden konnten wir den Zaun realisieren, der in Folge mit Kletterpflanzen begrünt wurde, die ihn langsam verbergen sollen.

Zahlreiche Bäume auf den Kinderhausgrundstücken wurden zusätzlich gespendet bzw. ersetzt.

Ein Schulraum wurde zu einer Notfallpraxis umgestaltet, in der kranke Kinder versorgt oder zur Weitersendung in die Klinik untersucht werden können, Dr. Philipp Klein flog im Februar ins Projekt, um den jungen Paramedic dort zu schulen, der sich noch in Weiterbildung befindet.

Dr. Klein hielt zusätzlich zahlreiche Seminare zum medizinischen Grundverständnis für die Lehrer ab.

Für das für 2025 geplante Schuljubiläum wurde die Vorbereitung begonnen, da jedoch ein Regierungsumsturz im Land stattfand, wurden die Feierlichkeiten verschoben.

Dennoch fand das Sommerfest der Schule mit einem kleinen handbetriebenen Riesenrad und viel Engagement der Schüler statt.

Auf dem Gelände des Akany wurde eine kleine Seifenfabrik errichtet, in der kostengünstige Waschseife, fest und flüssig, von mittellosen Frauen hergestellt wird, denen wir ein Starterpaket an Zutaten finanzierten, nun bieten wir ihnen einen Ort zum Arbeiten und sie können vom Verkauf der produzierten Seife ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihn in neue Zutaten investieren.

Da Ende des Schuljahres 2024/25 trotz Aufklärungsunterricht, dem freiwilligen Angebot an Verhütungsmitteln und Selbstverteidigungskursen acht minderjährige Schülerinnen wegen ungeplanten Schwangerschaften die Schule verließen, entschlossen wir uns, alle Mädchen ab fünfzehn Jahren mit einem Hormonimplantat zu versorgen, das vom Staat finanziert wird.

Die Zusammenarbeit mit den Hebammen, die die Dreimonatsspritzen für die Frauen in unserem Programm organisieren, half uns dabei sehr.

Wir möchten den Mädchen so ermöglichen, ihre Ausbildung zu Ende zu bringen und erst später nach reiflicher Überlegung Familien zu gründen.

Viele Dinge wie die Bettwäsche in den Kinderhäusern und etliche Schulmöbel sowie Schuluniformen für die Kinder mussten nach mehreren Jahren ersetzt und Räume neu gestrichen werden. Das Schulmaterial für alle Patenkinder sowie Schulranzen für neue Patenkinder oder als Ersatz für zu alte Ranzen wurden wie jedes Jahr nach den Sommerferien angeschafft.

Gegen Ende des Jahres nahmen wir uns eines tuberkulosekranken kleinen Jungen an, der der Bruder eines Mädchens im Kinderhaus ist und von seiner Urgroßmutter rudimentär versorgt wird. Durch großzügige Spenden konnten wir seine Behandlung in der Klinik in der Hauptstadt und seine weitere Therapie bezahlen, ohne die er nicht überlebt hätte.

Im Dezember wiederholten wir das 2024 entwickelte Nikolausprojekt und versorgten ca. sechzig Familien in den Slums von Antsirabé mit Obst und einer warmen Mahlzeit.

Pigeon Vert (Süden)

Auch im Süden lief der Betrieb der vier Grundschulen (Kindergarten – Klasse 5) weiter mit inzwischen ca. 150 Kindern pro Schule.

Die Schülerzahl des Internats ist angewachsen von 13 auf 18.

Es wurde ein weiteres Gebäude im Ort Ejeda gefunden, das wir zu restaurieren begonnen, wofür wir lange Zeit keine Miete zu zahlen brauchen, in der Gestaltung haben wir dort freie Hand.

Der große Innenhof soll zu einem Garten umgestaltet werden.

Zahlreiche Mauern mussten ersetzt, Decken gesichert und die Infrastruktur grunderneuert werden.

Durch Gelder der Schmitz Stiftung (und 25% Eigenanteil) konnten wir außerdem im Dorf Ejeda zwei neue Schulgebäude errichten, so dass es nun fünf Klassenzimmer statt einem in einem stabilen gemauerten Gebäude gibt, das in der Zeit der Zyklone mehr Schutz bietet und nicht durch Sturm und Regen zerstört wird.

Auch ein Kindergartengebäude mit einem Raum wurde gebaut, beide in Form der namensgebenden Tauben, beide mit einer Schattenterrasse für das Schulmittagessen.

Ein Garten ist in Planung, er wurde bereits teilweise angelegt und wird 2026 nach der Zeit der Zyklone weiter bepflanzt, hier soll auch Gemüse für die Schulküche angebaut werden und eine Hecke soll das ganze Grundstück zukünftig vor dem Sturm schützen.

Neue Möbel für die Klassenräume wurden bestellt und angefertigt.

Lehrmittel, Gehälter, medizinische Notfallversorgung, Schulmaterial und ein warmes Mittagessen für alle Schüler wurden weiter durch Spenden finanziert.

Deutschland

Unser madagassischer Student schloss Anfang Dezember sein Sprachlernjahr in Stuttgart erfolgreich ab und kehrte vorübergehend nach Madagaskar zurück, um das nächste Visum zu beantragen. Er wird Mitte 2026 wieder nach Deutschland kommen für ein Vorpraktikum und ab 2027 auf einem Hof in der Altmark, mit dem wir einen guten Kontakt hergestellt haben, die Ausbildung in der biodynamischen Landwirtschaft beginnen.

Durch den Unterschied zum ursprünglich geplanten Universitätsstudium wird viel Geld eingespart, das zurück ins Projekt fließen kann.

Insgesamt gehen wir mit einem Plus von 55.399 € ins Jahr 2026.

Das nicht akut benötigte Geld liegt auf einem eigenen Konto, auf dem es Zinsen generiert.

Einnahmen 2025

Wir starteten mit einem Betrag von 27.325,90 € in das Jahr 2025.

Die Gelder privat zahlende Schüler bei Les Pigeons (345) fließen weiter innerhalb Madagaskars in den Schulbetrieb (Lehrergehälter, Materialien etc.) und tauchen in unserer Abrechnung daher nicht auf.

In Madagaskar sind die Lebensmittel erheblich teurer geworden. Diese Lücke schließt die Schule durch den Verkauf von Gemüse aus eigener Produktion, daher taucht auch dies nicht in der Abrechnung auf.

Zuwendungen von privater Seite 275. 973,00 €
öffentliche Mittel
(europäische/deutsche Steuergelder)
  36.980,00 €
wirtschaftliche Erträge       415,66 €
Übertrag aus 2024  27.325,90 €
Summe der Einnahmen340.851,41 €

Ausgaben 2025

Hilfsprojekte Madagaskar (Schule/Straßenkinder/Gesundheitsfürsorge)

Aufwendungen in Talata, Zentralmadagaskar, Le Pigeon,138.045,00 €
Aufwendungen in Ejeda, Süden, Le Pigeon Vert, 4 Schulen, Internat  75.913,08 €
Schulneubau mit Außenstellen in Ehinde im Süden /Ejeda  45.866,92 €
Projektleitung           0,00 €
Pressearbeit in Deutschland           0,00 €
Verwaltung           0,00 €
Spendenrückzahlung      1150,00 €
(Flüge, Volontäre, Übernachtungen, Portokosten, Starlink, Buchdruck, Transportkosten Solaranlage, Medikamente)  23.975,70 €
Kontoführungsgebühren KD / VR-Bank       501,26 €
Hilfsprojekte insgesamt285.451,96 €